Vielleicht ahnt ihr es, ich bin ein Frühlingskind.
Wenn die Blätter grün und saftig sind.
Darum kommt, ich lade euch ein
in die Natur einzutauchen.
Tauchen hinein,
in den Sonnenschein.
Weil wir alle mal eine Pause brauchen.
Lasst die Schuhe steh ’n,
wollen barfuß weitergeh ’n.
Spürt das Gras unter euren Füßen?
Kommt mit, lasst es uns genießen!
Hört ihr die Schneeglöckchen, seht Narzissen sprießen?
Frühling trägt jährlich ihr schönstes Kleid.
Kleidet sich selbst; musst nicht schmücken und gießen.
Gleich ob ’s regnet oder schneit.
Auch die Sonne begrüßt die Frühlingszeit,
hat Bienen aus der Winterstarre gelockt.
Die erste Hummel, die im Krokus hockt
und diesen fast abbricht
kümmert sich nicht
um das Singen und Summen,
das Fliegen und Brummen.
Vögel kehren heim, bauen ihr Nest,
hört ihr, wie das Junge nach Futter schreit?
Bald ist es soweit!
Nicht lange, bis es das Nest verlässt.
Amseln begrüßen den Morgen mit Gesang;
und nicht mehr lang,
dann ziehen die Kraniche am Himmel entlang.
Die Kröten wandern, lassen sich tragen,
ganz ohne nach Konsenz zu fragen
über die Straße
zum Teich zur Eiablage.
Blütenöffnen ihre Knospen,
lassen die Bienen davon kosten,
ein zarter Duft und Wind weht durchs Gras.
Mit Blüten-Schnee vermischt.
Bald kommen Frühlings-beeren auf den Tisch.
Ja, so macht der Frühling Spaß.
Doch der Frühling, das ist klar,
ist nicht mehr das, was er einst war.
Ich hab noch den Ort gekannt,
am Straßenrand,
wo die große Linde stand.
Wurde im Frühlingüberrannt oderüberflogen von Schwärmen von Bienen,
dorthingezogen.
So ein lautes Summen, dass ich einen Bogen machte,
während meine Schwesterüber mich lachte.
Jetzt ist ein Parkplatz, wo die Linde stand.
Es ist still geworden um Insekten und Vögel obwohl letztere heute
lauter singen.
Erheben ihre zarten Stimmen,
schreien sich an,
damit man sie im Verkehrslärm verstehen kann.
Und so viele Arten stehen auf der roten Liste.
Wenn ich nur ein Bruchteil aller Namen wüsste.
Doch schon jetzt bricht es mein Herz.
Wenn jeden Tag 150 Arten verloren gehen.
Kaum vorstellbar der Schmerz
von jenen, die Flora und Fauna besser verstehen.
Und die Namen nennen
und die Historie kennen.
Denn jede Art, ein Unikat.
Ganz abgesehen
von Nahrungsnetz und Nahrungskette.
Und was es für unser Leben heißt.
Wenn doch nur jeder in der Schule aufgepasst hätte
Und um die Bedeutung der Umwelt weiß.
Dann hätten wir vielleicht weniger Straßen
und mehr Blühstreifen.
Würden Geld Geld sein lassen
und uns wirklichen Reichtum leisten.
Denn Whatsapp und X,
Tinder und Instagramm
bringen nix
für das zusammenleben,
unser Streben
nach echtem Glück.
Doch schon
ein Baum verringert Depression.
Allein dafür sollten wir Bäume pflanzen.
Denn die Natur gibt uns so viel zurück.
Schönheit, Honig, Obst und Korn.
Ohne Flora und Fauna sind wir doch verlor ’n.
Und einen Sinn im Leben
kann es auch geben.
Die Natur hält meine Hängematte beim Chillen,
spendet Schatten beim Grillen.
Können unterm Maibaum tanzen.
Genießen Lindenblütenduft.
Atmen saubere Luft.
Gesünder, sicherer ist es draußen
wo auch die Vögel gerne hausen.
Darum lasst uns Bäume pflanzen
und Wiesen und Wälder schützen.
Langfristig wird uns das allen nützen.
Und, ich als Frühlingskind
bin am glücklichsten
wenn Bäume grün und strahlend sind.