Ich fand auf der Straße ein kleines Gedicht.
Ich hoffe, es berührt dich so wie mich.
War erst ein paar Gedanken alt
Und lag verloren auf dem heißen Asphalt.
Ich habe es vorsichtig an mich genommen.
Es zitterte, die Worte ganz verschwommen.
Erst langsam nach einigen Weilen
Öffnete es für mich seine Zeilen.
Für jede Zärtlichkeit offenbarte es Wort für Wort.
Blieb bei mir und nahm mich mit hinfort.
Es trug mich hinauf mit seinen Bildern so leicht
Zu den Sternen, zu denen kein Gedanke mehr reicht.
Es nahm mich mit in den Maelstrom von Sein.
Und reiste mit mir auf Sonnenschein.
Es zeigte auch Schatten, Nichts und Dunkelheit.
Dazwischen Hoffnung und Mut in all der Zeit.
Es malte mein Leben, was ist und was wäre,
manche Schönheit und manche Schwere,
Entscheidungen und Menschen die mein Leben entschieden.
Und die Konsequenzen und Gedanken, die dadurch blieben.
Das Gedicht endete, ich kehrte zurück
Auf meiner Wange eine Träne voll Glück.
Ich blinzelte und begann zu verstehen.
Doch von dem Gedicht war nichts mehr zu sehen.
Es flog sicher weiter, liegt vielleicht in deinem Garten.
Sei behutsam mit ihm, dich werden Wunder erwarten.