Und, was bewegt euch? (Erde)
Klar, die Erde. Bewegt sich, bewegt uns. Ohne ruh. Primär ja sich
selbst, und uns mit dazu.
Und das mit einer Geschwindigkeit, die nicht einmal ein Shinkansen in
Japan erreicht.
(Shinkansen)
Mobilität, von der wir kaum zu träumen wagen. Geschwindigkeit, die so
fern erscheint.
Oder mit dem Flugzeug einen halben Tag zu erreichen.
Mobilität…
In Deutschland über Mobilität zu diskutieren ist schon amüsant.
Deutschland, das AutoLand. Während uns zugleich die Chinesen in der
eMobilität überholen. (eAuto)
Also, im wahrsten Sinne des Wortes… (Überholt)
Weder eMobilität, noch mobile Daten kriegen wir in Deutschland
hin.
Wenn ich also am Bahnhof auf meinen Zug warte, kann ich Wetten
abschließen, was
schneller da ist: Der Zug oder das ladende Video.
(Bahnhofsmysterium)
Na klar nehm ich die Bahn. Wenn man Tickets nicht mal online buchen
kann. Und
höhere Preise zahlen und hoffen darf, kommt mein Zug auch pünktlich an.
(Bahn)
(Und das in Deutschland, dem Land, welches für Erfindergeist und
Fortschritt stand…)
Doch zurück zur Mobilität. (Logik der Deutschen)
Wir könnten durch Laufen unser Leben verlängern, doch fahren lieber mit
dem Auto
zum McDonalds, um noch schneller zu sterben.
Könnten im Bus die Zeitung lesen, doch scrollen lieber am
Frühstückstisch durch die
neusten Apps.
Könnten in der Bahn unsere Hausarbeit schreiben, statt uns auf den Stau
konzentrieren
zu müssen und dabei Konzentration und Nerven zu verlieren.
Die Menschen fahren lieber mit dem Auto, finden keinen Parkplatz und
kommen verärgert
pünktlich an, statt gut gelaunt, mit ner Stunde Verspätung und
selbstgepflückten Blumen.
Beim Radfahren zähle ich Schmetterlinge. Autofahrer den Muckendreck auf
der Scheibe.
Der Trend geht in die falsche Richtung. (Bitte wenden)
Das Motto: Dabei sein, aktiv, schnell, lebendig sein. Das Leben ist
kurz, die Entfernung
weit. Schnell zur Arbeit, schnell zu Kunden. Schnell in Urlaub, schnell
daheim.
(Geschwindigkeit)
Wir sparen Zeit. Entfernung überwinden, Kilometer verschwinden. Auf
Kosten der
Welt, die wir so gerne erkunden.
Trotz Flugscham wird immer mehr geflogen…
Ist die Welt nicht paradox?
Wollen uns im Urlaub wie zu Hause fühlen, und Kultur erkunden, so lange
man kann.
Wollen die Welt bereisen, verreisen lieber in der Luft statt auf
Gleisen, fliegen immer
mehr, hin und her. Deutsches Bier muss auch in Puket sein. Kreuzfahrt
macht sich gut
auf Instagramm. (Weltreise)
Kennen gefühlt die halbe Welt. Alles geht für wenig Geld.
Ob es Ballermann, Amerika oder Thailand sei…
kostet nicht viel… Nur leider CO2.
22% unserer CO2-Emissionen stammen aus dem Verkehr. Und seit 1990 wurde
es nicht
weniger, sondern mehr. (Grafik: CO2-Verkehr)
Wir Deutsche wollen gern Auto fahren. Nicht nur seit VW scheinen wir
sehr auf Autos
zu stehn.
In Deutschland gibts 45Mio davon. (Viele Autos)
Können manchmal die Straßen vor lauter Autos nicht sehen.
Und dabei bleiben diese 23h am Tag lang nur stehn.
Fahren gern, schnell soll es gehen. Und natürlich möglichst bequem.
(SUV)
Komfort muss heute sein. Es passen locker 5 Leute ins Auto rein. Doch
meistens sitzen wir im
Auto allein. Bzw. 1,2 Menschen sitzen im Auto drin. Da machen 2 Tonnen
natürlich Sinn.
Jedes 3. neue Auto ist ein SUV. Natürlich, für die Sicherheit.
Würzburgs Straßen sind auch so unsicher geworden.
Alle 13 Sekunden passiert ein Verkehrsunfall. In über 80% davon war ein
Auto mit
dabei. Aber nur jeder 2. Verkehrstote saß im Auto.
(Verkehrsunfall)
Wir sehen: Im Verkehr muss man vorsichtig sein. (Kampagnie Helm)
Doch Mobilität ist noch mehr.
Und die Straße gehört uns allen. (GP: Straße gehört uns allen)
Auch der kleinen Mehrheit aus Minderheiten, die so oft aus dem Raster
fallen. Gerade
jene, die immer seltener auf die Straßen gehen, die wir immer seltener
auf der Straße
sehen, verdienen eigentlich den meisten Platz.
Sei es Steffi im Rollstuhl oder der blinde Kai, Johannes hat Eva im
Kinderwagen dabei.
Susanne braucht nen Rollator und Kim ist Tourist. Alles Menschen ohne
Auto, die man
gerne vergisst.
Gehört ihnen nicht auch die Straße, haben sie nicht das gleiche Recht,
wie Marcus in
seinem Porsche-Cayenne?
Warum kriegen Autos allein 10% der Städte zum Parken geschenkt?
Doch gerade Steffi, Eva und Kim geben unseren Straßen einen ganz anderen
Sinn.
(Barriererei)
Nicht nur ein Auto ist, was uns bewegt. Ein Rollstuhl zeigt, was alles
nicht geht. Und
wer das jetzt nicht versteht, der geht mal einen Tag, mit seinem Kind
durch den Park,
bleibt an jeder Ecke stehen, um die Pflanzen zu sehen. Und mit Rollstuhl
oder mit Kind
sehen wir plötzlich wie hoch Stufen wirklich sind.
Denn: Mit kleinen Kindern ist Mobilität etwas anderes. Etwas
„langsames“.
Wir bewegen uns. Ich mit zwei Rädern, der Rollstuhlfahrer mit vier.
(Fairfahren)
Klar, wir streben nach Freiheit, streben nach mehr.
Natürlich wollen wir uns bewegen.
Erfinden immer mehr, immer neue Möglichkeiten, uns noch schneller zu
bewegen,
voranzutreiben, suchen nach Möglichkeiten, Zeit zu sparen, und schneller
zu fahren,
statt das wir zu dem finden, was wirklich wichtig ist: Zur Ruhe, und zu
uns selber.
Wäre nicht genau das, was wir eigentlich wollen, wie wir eigentlich
leben sollen: Entschleunigt. (Wald)
Ja, ich weiß, dieser Hippi-Scheiß.
Doch nein, das ist nicht nur was für Ökos oder Alternative ohne Geld.
Nicht nur gut für
unsere Welt, sondern auch für uns. Wäre das nicht sozial,
christlich, und
gesundheitsfördernd? Wäre das nicht normal?
Und doch: Der Erde ist es gleich. (Erde)
Ob arm, ob reich, ob vier Räder, zwei, keins, Erwachsen oder Kind, mit
oder ohne Motor.
Bis es zu viele sind. (Erde vernetzt)
Und dann der Verkehr Leben und Fläche verschlingt.
Die Erde. Rast durchs Weltall. Rasen mit 108.000 km/h. (Erde)
Wir versuchen mitzuhalten. Bewegen uns immer schneller. Unser Leben wird
schneller,
wollen uns vernetzen. Rasen und hetzen.
In einer Sekunde werden Daten übertragen.
Das Licht der Sonne ist in 8 Minuten da. Licht bewegt sich mit fast
300.000 km in der
Sekunde.
Berechnen die Zeit, 24 Stunden. Bewegen uns, schnell, schnell, keine
Zeit. Denken
groß, die Erde wird klein.
Doch.. Im Vergleich – sind wir nichts. Sind wir klein. (Erde
klein)
Sind wir unbedeutend, unbedeutsam. Ganz allein.
Doch für die Schnecke, die über die Straße geht, den Orang-Utan, der im
Dschungel
lebt, das Eichhörnchen im Ringpark, den Vogel im Nest, die Biene, die
das erste Mal
den Stock verlässt,.. für alles Leben, unsre Großeltern und ungeborenen
Kinder, auf
diesem Planeten, ob groß, ob klein,
sind wir alles und werden unsere Entscheidungen schon
morgen wichtig sein.
Danke.